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Posted On Jan 13 2018 by

pharma kava

Pharma kava

Pharma kava

Kava (Piper methysticum, Piperaceae) ist ein pflanzliches Arzneimittel mit angstlösender und beruhigender Wirkung. Es wurde in Form von Extrakten bei Angst- und Spannungszuständen eingesetzt. Aufgrund einiger Fälle von Lebertoxizität wurde die Zulassung in der Schweiz im Jahr 2003 aufgehoben und derzeit sind keine Phytopharmaka mehr im Handel.

In der Schweiz ist Kava derzeit nur noch in Form stark verdünnter, homöopathischer Arzneimittel im Handel. So enthalten beispielsweise die Similasan® Kava-Kava Tabletten Kava in den homöopathischen Potenzen D12, D15 und D30. In diesem Mitteln ist kein Kava mehr enthalten. Urtinkturen und tiefe Potenzen bis und mit D6 dürfen nicht mehr verkauft werden. Die früher vertriebenen Kava-Extrakte wie Kavasedon®, Laitan® oder Yakona® und andere Phytopharmaka sind nicht mehr erhältlich.

Die Kava-Pflanze Piper methysticum G. Forster (Piperaceae) ist ein auf den pazifischen Inseln heimischer und kultivierter Strauch, der etwa 2-6 m hoch wird. Die Pflanze wurde im 18. Jahrhundert von Johann Georg Forster benannt und beschrieben. methysticum soll übersetzt „Rauschgetränk“ heissen. Kava und das Synonym Kawa oder awa beschreiben den Geschmack des traditionellen Kava-Getränks und können als bitter, sauer oder scharf übersetzt werden. Kava bezeichnet sowohl das Getränk, als auch die Kava-Pflanze.

Als Arzneidroge wird das Kavarhizom, der Wurzelstock, verwendet (Kava-Kava rhizoma, Piperis methystici rhizoma). Das aus dem Rhizom hergestellte Kava-Getränk spielte auf den pazifischen Inseln traditionell eine wichtige Rolle, vergleichbar mit alkoholischen Getränken in Europa. Es wurde unter anderem im Rahmen zeremonieller, religiöser und sozialer Anlässe, als Genussmittel und als Medizin konsumiert.

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Als aktive Inhaltsstoffe gelten die Kavalactone (Kavapyrone), zu denen Kavain, Dihydrokavain, Methysticin, Dihydromethysticin und Yangonin gehören. Die früher verwendeten Extrakte wurden deshalb auf diese Inhaltsstoffe eingestellt. Daneben finden sich auch Flavonoide, Alkaloide und wenig ätherisches Öl.

Den Kava-Zubereitungen werden psychoaktive, angstlösende, beruhigende, relaxierende, hypnotische, muskelentspannende, lokalanästhetische und krampflösende Effekte zugeschrieben. Das Wirkspektrum ist somit ähnlich wie jenes der Benzodiazepine. Die Wirkungen wurden in klinischen Studien untersucht.

Kava-Extrakte waren in der Schweiz als pflanzliche Anxiolytika zur Behandlung von Angst-, Unruhe- und Spannungszuständen zugelassen. Die Zulassung von Kava-Kava- und Kavain-haltigen Arzneimitteln, einschliesslich homöopathischer Verdünnungen bis und mit D6, wurde von der Arzneimittelbehörde Swissmedic am 20. Juni 2003 aufgehoben.

Kava-Extrakte sollen nicht bei endogener Depression, Lebererkrankungen, Risikofaktoren für Leberfunktionsstörungen, während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.

Substanzen mit ähnlichen pharmakologischen Wirkungen wie z.B. Alkohol oder Benzodiazepine können die Effekte theoretisch verstärken. Kava hemmt CYP450-Isoenzyme und kann deshalb möglicherweise eine Reihe pharmakokinetischer Interaktionen auslösen. Weitere Interaktionen wurden beschrieben (siehe bei Ulbricht et al., 2005).

Zu den unerwünschten Wirkungen gehören allergische Reaktionen, gastrointestinale Beschwerden und leichte Kopfschmerzen. Über Fälle von extrapyramidalen Nebenwirkungen, Herz-Kreislauf-Störungen und Sehstörungen ist berichtet worden. Bei Überdosierung und chronischem Gebrauch sind Nebenwirkungen wie Gangstörungen, Tremor, Sedierung und Hautreaktionen (trockene, schuppende, gelbe Haut) möglich. Die Zulassung von Kava-haltigen Arzneimitteln wurde aufgehoben, weil einige Fälle von schwerer Lebertoxizität aufgetreten sind, die sich als Leberversagen, Leberzirrhose und Hepatitis äusserten. Der Mechanismus der Leberschädigung ist noch nicht vollständig aufgeklärt worden, aber es liegen einige Hypothesen und Studien vor. Das Kava-Verbot ist bei Phytopharmaka-Experten und pharmazeutischen Unternehmen umstritten und die Frage nach der Lebertoxizität immer noch Gegenstand von Diskussionen.

Literatur

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  • Wichtl M. Teedrogen und Phytopharmaka. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1997

Autor

Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 13.3.2017 geändert.


Last Updated on: January 13th, 2018 at 12:32 pm, by


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